Presse | EHL Geschäftsflächenbericht 2018

Wandel Ja, Krise Nein.

Der filialgebundene Einzelhandel und damit auch der Markt für Einzelhandelsimmobilien stehen vor großen Herausforderungen. Angesichts deutlich steigender Konsumausgaben kann von Krise zwar keine Rede sein, ein tiefgreifender Wandel ist aber unvermeidlich.

Der Markt ist in Österreich ebenso wie international seit mehreren Jahren von stagnierenden und lokal auch sinkenden Quadratmetermieten, von steigenden Leerstandsraten sowie von einem Rückgang des Flächenangebots gekennzeichnet. Gleichzeitig nimmt der Anteil des Onlinehandels am gesamten Einzelhandelsumsatz kontinuierlich zu.

Auf den ersten Blick erscheinen diese Fakten als klare Anzeichen einer ernsthaften Krise. Doch gleichzeitig wächst auch der private Konsum. Dank Zuwanderung steigt die Zahl der Konsumenten und der boomende Städtetourismus gibt wichtigen regionalen Teilmärkten zusätzlichen Rückenwind. Daher gibt es zumindest für Märkte mit stabilen oder steigenden Konsumentenzahlen, wie sie in den Großstädten und einigen Bezirksstädten zu finden sind, grundsätzlich positive Perspektiven.

Angesichts dieser soliden Basis kann von einer Krise nicht die Rede sein. Die Welt des Einzelhandels befindet sich jedoch in einem tiefgreifenden Strukturwandel, dem mit neuen strategischen Ansätzen und Innovationen wirksam Rechnung getragen werden kann.

Erlebniswelt statt Einkaufsbummel

Einkaufen alleine ist in Zeiten der Onlineshops für immer weniger Menschen ein hinreichender Grund, Einkaufszentren oder Einkaufsstraßen zu besuchen. Die beste Chance, sich gegen die Internetkonkurrenz und die Veränderung der Ausgabenallokation durchzusetzen, besteht darin, aus dem Einkaufsbummel ein Gesamterlebnis zu machen. Die konventionellen Shopping-Center-Unterhaltungsprogramme reichen dafür bei weitem nicht aus, vielmehr ist ein Mix aus attraktiver Architektur, permanent verfügbaren Entertainmentangeboten und zielgruppenadäquaten Events erforderlich. So kann eine Erlebniswelt kreiert werden, in welcher der eigentliche Einkauf nur einer von mehreren Gründen ist, einen Einkaufsnachmittag in der Stadt oder einem Shopping Center dem Onlineshopping auf der Couch vorzuziehen. Darüber hinaus sind die Betreiber von Einkaufszentren gefordert, eine Alternative zu sonstigen Konsumevents, wie Urlaub, Konzerten oder Theater, anzubieten.

Gastro statt Shopping

EKZ und Einkaufsstraßen müssen sich auf einen tiefgreifenden Wandel ihres Mietermix einstellen. Die Faustregel von 10 bis 12 Prozent Gastroanteil gilt schon heute kaum mehr und in Zukunft wird der Anteil auf 20 bis 25 Prozent steigen. Insbesondere innovative Konzepte aus dem Bereich der Systemgastronomie erweisen sich immer mehr als Frequenzbringer und