Blog | Stadt- und Quartiersentwicklung der Stadt Wien

Die Stadtplanung in der Bundeshauptstadt ist in den letzten Jahren vor immer größeren Herausforderungen gestanden. So muss bei der Bewältigung der derzeitigen Herausforderungen wie das rasante Be-
völkerungswachstum und die große Neubautätigkeit auch eine dementsprechende Planung und Strategie dahinter stehen. Die Stadt gibt daher Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung vor oder greift durch steuernde Maßnahmen wie zum Beispiel Widmungen oder Infrastrukturerweiterungen selbst ein. Im Falle von Wien sind diese Konzepte im sogenannten Stadtentwicklungsplan, kurz STEP (derzeit in Ausgabe STEP 2025) genannt, zusammengefasst und dargestellt.

Das Wiener Stadtbild ist momentan von einer großen Bautätigkeit geprägt – aber auch von immer größeren Bauplätzen, die nicht nur eine Immobilienentwicklung, sondern durchaus auch eine Standort-
entwicklung notwendig machen. Ergänzend zur Stadtplanung wurde in den letzten Jahren daher die Quartiersentwicklung von immer größerer Bedeutung. Darunter versteht man die bauplatzübergreifenden 
Entwicklungen, durchaus auch zwischen verschiedenen Bauträgern. Das Ziel einer solchen Kooperation ist, den neu zu entwickelnden Stadtteil in Bezug auf die unterschiedlichen Bereiche bestmöglich gemeinsam zu gestalten. Ein solches Thema könnte zum Beispiel ein einheitliches Mobilitätskonzept sein, das unter anderem Sammelgaragen oder gezielte Maßnahmen zur Änderung der Verkehrsmittelwahl umsetzt. Ein weiteres Beispiel einer sinnvollen Kooperation, die bereits in der Seestadt Aspern erfolgreich umgesetzt wurde, ist die koordinierte Verwertung der Erdgeschoßzonen, um diese in Form einer koordinierten Steuerung erfolgreich zu bewirtschaften. Ein zusätzlicher Anwendungsfall kann ein gemeinsames Energiekonzept sein.
Die großräumige Entwicklung solcher Quartiere macht auch eine gezielte Gestaltung der neuen Bauplätze möglich, wobei hier die Themen Nachhaltigkeit oder innovative Wohn- und Gestaltungsformen 
von besonderer Bedeutung sind. Eine derzeit aktuelle Entwicklung ist das Projekt „Wildgarten“, bei dem auf einem Areal im 12. Bezirk 1.100 Wohneinheiten von sieben Bauträgern entstehen. Der Begriff 
Nachhaltigkeit bezieht sich schon lange nicht mehr nur auf den ökologischen Aspekt, sondern das neue Schlagwort ist die soziale Nachhaltigkeit. Darunter wird vor allem die Einbindung der Bedürfnisse der Nutzer verstanden – wie sind die Anforderungen an die Gebäude, aber auch an die Umgebung, damit sich diese auch wohl fühlen. Dabei ist auch wichtig, das Objekt nicht separiert und alleinstehend zu sehen, sondern auch die Möglichkeiten zu erkennen, welche die Nachbarschaft bietet. Denn nur dann ist die Entwicklung – sei es der Stadt- oder eines Quartiers – nachhaltig und erfolgreich in der Zukunft.