Research | Wiener Büromarktbericht Herbst 2019

  • Mietinteressenten müssen längere Vorlaufzeiten einplanen 
  • Flächenpotenzial für Neubauprojekte in den etablierten Büroclustern bereits ziemlich eingeschränkt 
  • Entwickler setzen daher zunehmend auf hochwertige Bestandssanierungen 

Wien, 16.10.2019 – Die konstant starke Nachfrage am Wiener Büromarkt führt in Kombination mit der 2019 außergewöhnlich niedrigen Neuflächenproduktion dazu, dass sich Mietinteressenten immer frühzeitiger nach neuen Büroflächen umsehen müssen. Wie aus dem soeben erschienenen Büromarktbericht von EHL Immobilien, einem der führenden Immobiliendienstleister Österreichs, hervorgeht, entfielen von den Vermietungen mit mehr als 1.000 m2 im heurigen Jahr bereits 40 Prozent auf Vorverwertungen, bei denen der Mietbeginn mehr als zwölf Monate nach dem Vertragsabschluss liegt.  

„Die hochwertigen Neuflächen in den Office Clustern, die seit 2017 fertiggestellt worden sind, wurden vom Markt weitgehend absorbiert. Vor allem in den boomenden Büroregionen rund um das Quartier Belvedere am Hauptbahnhof oder rund um den Praterstern und die Lassallestraße sind aktuell kaum mehr großflächige Erstbezüge verfügbar, sodass sich die Mietinteressenten auf Objekte konzentrieren, die ab 2020/2021 fertiggestellt werden“, erklärt Stefan Wernhart, Geschäftsführer der EHL Gewerbeimmobilien GmbH. Die Vorlaufzeiten haben sich damit gegenüber den Vorjahren deutlich verlängert. Für Einheiten von 1.000 bis 3.000 m² sollte ein Suchauftrag idealerweise zwölf Monate vor dem geplanten Bezugsdatum erteilt werden, bei größeren Einheiten mit mehr als 3.000 m² sind sogar bis zu 18 Monate sinnvoll. „Nur dann kann garantiert werden, dass man auch wirklich ein Büro in genau der Lage, Größe und Qualität, die man sich vorstellt, findet.“  

Die in den vergangenen Jahren dominierenden Bürocluster weisen baulich nur mehr eingeschränkte Möglichkeiten für Neubauprojekte auf, daher rücken in den kommenden Jahren hochwertige Generalsanierungen in den Fokus des Wiener Büromarkts. Als Beispiele können hier das „Quartier Lassalle“ (ca. 83.000 m2) im zweiten Bezirk sowie „myhive Ungargasse“ (ca. 7.000 m2) im dritten Bezirk genannt werden. Beide Objekte werden umfassenden Generalsanierungen unterzogen und höchsten Qualitätsansprüchen entsprechen. 

Ab 2022 werden darüber hinaus sowohl in etablierten als auch in neuen Bürolagen großvolumige Entwicklungen entstehen. Dazu zählen unter anderem das Projekt „Francis Vienna“ (ca. 44.000 m2) beim Franz-Josefs-Bahnhof im neunten Bezirk, der Büroturm „Weitblick“ (ca. 33.000 m2) im Viertel Zwei sowie das multifunktionale Quartier ViennaTwentytwo“ (ca. 20.000 m2) im 22. Bezirk.  

Die wichtigsten Entscheidungskriterien sind nach wie vor höchste Ausstattungsqualität und Mitarbeiterzufriedenheit. Das wirkt sich auch auf die Durchschnittsmieten aus. Diese konnten ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen und sind aufgrund der zahlreichen Abschlüsse in hochwertigen Neuobjekten auf 14,80 EUR/m2 gestiegen. Die Spitzenmieten wiederum konnten ihr hohes Niveau von 25,50 EUR/m2 halten. „Die qualitative Verbesserung der Arbeitsumgebung, in der sich Mitarbeiter in einem modernen Umfeld wohlfühlen und entfalten können, sowie die Implementierung von New-World-of-Work-Arbeitskonzepten zählen aktuell zu den wichtigsten Übersiedlungsmotiven“, erklärt Wernhart. „Dieser Trend wird auch in den kommenden Jahren das Marktgeschehen nachhaltig bestimmen.“ 

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