Presse/News | E-Ladeinfrastruktur in Bestandsobjekten

Angesichts des stärker werdenden Umweltbewusstseins sowie auch politischer Vorgaben in Hinblick auf CO2 Emissionsgrenzwerte, wird dem Thema E-Mobilität immer mehr an Bedeutung beigemessen, da diese als zentraler Baustein eines nachhaltigen und klimaschonenden Verkehrssystems gilt. Aufgrund der laufend größer werdenden Anzahl an Elektro bzw. Hybridfahrzeugen sehen sich auch immer mehr Eigentümer von Wohn-, Büro - und Gewerbeimmobilien veranlasst für ihre Mieter E-Tankstellen zur Verfügung zu stellen.

Während das Errichten von E-Ladestationen in Neubauobjekten bereits als „State of the Art“ gilt und auch Nachrüstungsmöglichkeiten bereits in der Planung berücksichtigt werden, ist die Herstellung im Bestand etwas komplizierter. Wir bei EHL begleiten derzeit Eigentümer in der Realisierung derartiger Projekte in Bestandsobjekten und haben die Erfahrung gemacht, dass ein nachträglicher Einbau sowohl in Bezug auf die technische Umsetzung als auch aufgrund zahlreicher rechtlicher Hürden, durchaus herausfordernd ist.

Um eine nachhaltige Nutzung der E-Tankstellen gewährleisten zu können, ist vor der Errichtung ein Umsetzungskonzept zu erstellen, welches detaillierte Berechnungen in Bezug auf Stromkapazitäten, Mobilitätsverhalten, erforderliche brandschutztechnische Zusatzmaßnahmen, etc. beinhaltet. Ergänzend zur ausführlichen Analyse wäre es sinnvoll bereits sämtliche Professionisten, Sonderfachleute wie auch den Netzbetreiber bereits in der Projektierung miteinzubinden. So sind z.B. für die nachträgliche Installation der Ladeinfrastruktur bereits im Vorfeld die örtlichen Gegebenheiten in Hinblick auf das Leistungsvermögen des elektrischen Hausanschlusses und die Lage und Größe der Kabelschächte zu untersuchen.

Aus rechtlicher Sicht ist das Errichten von E-Ladestationen in gewerblich genutzten Garagen insbesondere interessant, da in diesem Fall zu klären ist, ob eine Genehmigung seitens Gewerbebehörde erforderlich ist.

Auch wenn die nachträgliche Errichtung von E-Tankstellen in bestehenden Objekten durchaus anspruchsvoll ist, sehen wir dies als Herausforderung und Chance die Nachhaltigkeit von Gebäuden auch in diesem Bereich zu erhöhen.

Kolumne, erschienen im Immobilien Magazin (Augabe Oktober 2020)