Presse/News | Vorsorgewohnungen erleben in der Krise einen neuen Boom

  • Zahl der verkauften Vorsorgewohnungen wird 2020 um rund 30 Prozent auf 900 Einheiten steigen, Transaktionsvolumen erreicht etwa 200 Mio. Euro
  • Privatanleger suchen langfristig sichere Investments
  • Flexibilität und mögliche Eigennutzung sind wichtiger als steuerliche Optimierung

Der Markt für Vorsorgewohnungen erlebt mitten in der Wirtschaftskrise einen Boom. Wie aus dem heute veröffentlichten Vorsorgewohnungsmarktbericht von EHL Immobilien hervorgeht, wird die Zahl der Vorsorgewohnungen, die heuer von Privatanlegern in Wien erworben werden, um rund 30 Prozent auf 900 Einheiten steigen. Die Preise pro Quadratmeter steigen um rund fünf Prozent, da aber gleichzeitig die Durchschnittsgröße etwas sinkt, bleibt der durchschnittliche Kaufpreis pro Wohnung mit 220.000 Euro weitgehend unverändert. In diesen Zahlen sind nur die unter Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs erworbenen Wohnungen enthalten, zusätzlich werden jährlich mittlerweile mehrere Hundert Wohnungen formal als Eigentumswohnungen, wirtschaftlich aber als Geldanlage zur Vermietung erworben. 

„Die exzellente Entwicklung des Vorsorgewohnungsmarkts ist eindeutig vor dem Hintergrund der zunehmenden wirtschaftlichen Verunsicherung zu sehen“, erklärt Sandra Bauernfeind, Geschäftsführende Gesellschafterin der EHL-Tochter EHL Wohnen GmbH. „Vorsorgewohnungen sind für langfristige, sicherheitsorientierte Anleger nahezu perfekt. Sie bieten nicht nur außergewöhnlich hohe Wertstabilität, sondern im Vergleich mit Finanzveranlagungen auf Sparbüchern oder in festverzinsliche Wertpapiere sind auch die aktuell realistischen Renditen von ca. drei Prozent durchaus attraktiv.“ 

Größe und Ausstattung der Wohnungen haben sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren wenig verändert. Der Großteil der Vorsorgewohnungen befindet sich in einer Bandbreite zwischen 35 m² und 55 m² und Freiflächen sind fast obligatorisch. Sehr wohl geändert haben sich hingegen die typischen „Vorsorgelagen“: Mittlerweile liegen die Außenbezirke Donaustadt und Favoriten mit großem Abstand an der Spitze, mit Respektabstand folgt dank einiger großer Stadtentwicklungsprojekte der 3. Bezirk, die zentrumsnahen Lagen innerhalb des Gürtels spielen hingegen kaum mehr eine Rolle. 

Ebenfalls deutlich verändert haben sich die Veranlagungsmotive: „Steuerersparnis ist allenfalls ein kleiner, angenehmer Nebeneffekt“, so Bauernfeind, „aber praktisch nie mehr das entscheidende Kaufmotiv. Weitaus höheren Stellenwert haben die Werterhaltung des Vermögens, Flexibilität im Hinblick auf die Dauer der Veranlagung und auch eine mögliche spätere Eigennutzung durch den Käufer oder seine Familienangehörigen. Vor allen Dingen aus diesen Gründen verzichten Anleger immer öfter auf den Vorsteuerabzug und auch der Eigenkapitalanteil ist in der Regel deutlich höher als es unter steuerlichen Gesichtspunkten optimal wäre.“ 

Trotz des starken Anlegerinteresses erwartet Bauernfeind für 2021 einen Rückgang des Transaktionsvolumens, da wegen einer rückläufigen Zahl von Fertigstellungen weniger Angebot auf den Markt kommen wird.